
Der Kostendruck steigt rapide – doch die meisten Unternehmen agieren im Blindflug
Die neueste H&Z-Flash-Umfrage zeigt, dass der Kostendruck zunimmt und viele Industrieunternehmen nach wie vor nur teilweise darauf vorbereitet sind.
Industrieunternehmen erleben derzeit einen klaren Wandel darin, wie sich geopolitische Spannungen auf ihr Geschäft auswirken. Das deutlichste Signal aus unserer Kurzbefragung ist nicht allein die Störung von Lieferketten, sondern ein breit angelegter Kostendruck in Kombination mit begrenzter finanzieller Transparenz und nur teilweise vorhandener organisatorischer Bereitschaft.
Rund 95 % der Unternehmen erwarten steigende Energie- und Betriebskosten. Gleichzeitig sind 36 % noch nicht in der Lage, die erwarteten Auswirkungen auf das EBITDA zu quantifizieren. Obwohl viele Organisationen bereits Maßnahmen ergreifen, konzentriert sich die Reaktion weiterhin hauptsächlich auf defensive Ansätze wie Kostensenkung, Preisanpassungen und kurzfristige Margensicherung.
Daraus ergibt sich eine klare Implikation für CPOs: Die Herausforderung besteht nicht mehr nur darin, geopolitische Risiken zu erkennen, sondern die eigene Exponierung in konkrete Auswirkungen zu übersetzen, priorisierte Entscheidungen zu treffen und strukturelle Resilienz aufzubauen.
Zentrale Erkentnisse
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Kostendruck ist allgegenwärtig: Steigende Energie-, Betriebs-, Beschaffungs- und Logistikkosten sind das dominante Muster über Industrieunternehmen hinweg.
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Transparenz bleibt begrenzt: Ein signifikanter Anteil der Unternehmen kann die Auswirkungen auf das EBITDA noch nicht quantifizieren – ein Hinweis auf schwache Transparenz und Planungsfähigkeit.
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Margendruck ist spürbar: Viele Unternehmen erwarten bereits eine Verschlechterung des EBITDA, auch wenn das Ausmaß variiert.
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Reaktionen sind überwiegend defensiv: Der Fokus liegt auf Kosten- und Effizienzprogrammen, Preismaßnahmen und kurzfristigem Schutz, statt auf struktureller Transformation.
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Vorbereitungslücken bestehen: Nur eine kleine Minderheit fühlt sich sehr gut vorbereitet; die meisten sehen sich lediglich teilweise gerüstet für geopolitisch bedingte Kosten- und Lieferkettenrisiken.
Branchenspezifische Perspektiven
Auch wenn der Kostendruck breit wirkt, unterscheiden sich die Reaktionsmuster je nach Branche:
- Automobilindustrie: stärkerer Fokus auf Lieferanten- und Standortstrategien
- Maschinenbau: Auswirkungen auf Investitions- und Kapazitätsentscheidungen
- Elektronik / High-Tech: höhere Unsicherheit hinsichtlich der finanziellen Effekte
- Chemie: besonders hohe Exponierung gegenüber Kostendruck
Die Ergebnisse zeigen eine klare Management-Priorität: Unternehmen müssen sich von einer allgemeinen Risikowahrnehmung hin zu messbarer Transparenz der eigenen Exponierung und gezielten Maßnahmen entwickeln. Für CPOs bedeutet das, Kostentransparenz zu erhöhen, Entscheidungen unter Unsicherheit zu verbessern und Resilienz dort aufzubauen, wo kurzfristige, defensive Maßnahmen nicht mehr ausreichen.




