
Luftfahrt & Verteidigung Pulse Check Q2/2026
Der Verteidigungsboom ist in den Auftragsbüchern angekommen. Unsere Befragung Q2/2026 zeigt, wie Zulieferer den Hochlauf skalieren und Wachstum in Profitabilität übersetzen.
Im Rahmen der „H&Z Aerospace & Defence Pulse Check“-Umfrage für das zweite Quartal 2026 wurden zwischen dem 27. Mai und dem 3. Juni 2026 85 Branchenführer befragt, von denen drei Viertel in der Geschäftsleitung oder im Top-Management tätig sind. Die Umfrage verzeichnet den höchsten Zuversichtsgrad seit Beginn der Erhebung und zeigt, dass die Branche ihren Fokus zunehmend von Wachstum auf Industrialisierung und den Ausbau des operativen Geschäfts verlagert.
Treiber sind die hohen Verteidigungsausgaben, und die stehen längst nicht mehr nur in Strategiepapieren. Sie zeigen sich in Auftragsbüchern, im Umsatz und in Kundenbeziehungen, die es vor zwei Jahren noch nicht gab. Gleichzeitig drängen Zulieferer aus der Automobilindustrie und aus anderen angrenzenden Branchen in den Markt.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie H&Z Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigungsindustrie unterstützt, sehen Sie sich unseren Branchenkompetenz an.
DER VERTEIDIGUNGS-BOOM IN DREI ZAHLEN
DEN VOLLSTÄNDIGEN PULSE CHECK LUFTFAHRT & VERTEIDIGUNG Q2/2026 LESEN
Blättern Sie durch die ersten Seiten und sehen Sie das Stimmungsbarometer sowie die Kernergebnisse. Nach einmaliger Registrierung lesen Sie die vollständige Ausgabe inklusive Teilnehmerprofil und Stimmungsverlauf über mehrere Erhebungswellen.
VIER PRIORITÄTEN FÜR DIE NÄCHSTE WACHSTUMSPHASE
Die strategische Agenda ist schmaler geworden. Die Teilnehmenden nennen vier Prioritäten, und alle vier beschreiben dieselbe Aufgabe: einen Nachfrageschub in ein industrielles System zu übersetzen, das trägt.
Nachhaltiges und kontrolliertes Wachstum
Wachstum ist verfügbar. Der Engpass liegt in der Fähigkeit, es aufzunehmen, ohne Liefertreue oder Margendisziplin zu verlieren.
Ausbau des Verteidigungsgeschäfts
Unternehmen mit zivilem Luftfahrtkern bauen ihr Verteidigungsgeschäft auf oder aus. Das verändert Qualifizierungsanforderungen, Vertragslogik und Compliance-Pflichten.
Industrialisierung und Produktionshochlauf
Kapazität, Personal und Prozesse müssen gemeinsam skalieren. Hier trifft die Branche auf die klassischen Industrialisierungsfragen, die die Automobilindustrie vor zwei Jahrzehnten beantwortet hat.
Langfristige Profitabilität
Auftragseingang ist nicht dasselbe wie Ergebnisqualität. Profitabilität über den gesamten Hochlauf zu sichern ist die Prüfung der kommenden drei Jahre.
Diese vier Prioritäten sind operativ, nicht strategische Neuausrichtung. Damit entscheidet die Umsetzungsgeschwindigkeit.
NEUE MARKTTEILNEHMER: WETTBEWERBER ODER FÄHIGKEIT?
Tier-1- und Tier-2-Zulieferer aus der Automobilindustrie sowie Unternehmen aus anderen angrenzenden Branchen treten in den Verteidigungsmarkt ein. Die Branche hat genau hingesehen und kommt zu einem differenzierten Urteil.
83%sehen weiterhin erhebliche Markteintrittsbarrieren
72%sehen Wert in der Automobilkompetenz bei Industrialisierung und Prozessexzellenz
56%betrachten neue Marktteilnehmer nicht als direkte Wettbewerber
44%halten Automobil-Know-how für hilfreich bei den aktuellen Hochlaufproblemen
Das Bild ist in sich stimmig. Qualifizierungszyklen, Zertifizierungsanforderungen und Programmlaufzeiten in Luftfahrt und Verteidigung schützen die Position der etablierten Anbieter weiterhin. Was die Branche in den Neueinsteigern sieht, ist eine Fähigkeit, die sie braucht: Serienproduktionsdisziplin, Prozessgestaltung und skalierbare Abläufe. Wo die Automobilindustrie Jahrzehnte mit Industrialisierung verbracht hat, steht die Luftfahrtindustrie erst jetzt vor vergleichbaren Stückzahlen.
Das verschiebt die Fragestellung. Zu entscheiden ist nicht, wie man neue Marktteilnehmer draußen hält, sondern welche Teile ihres Betriebsmodells man übernimmt.
VON DER WACHSTUMSPHASE IN DIE SKALIERUNGSPHASE
Die dominierende operative Herausforderung dieser Ausgabe ist die Skalierung des Geschäfts selbst:
- schnelles Wachstum steuern, ohne die Kontrolle zu verlieren,
- Liefertreue auch bei höheren Stückzahlen sichern,
- Produktionskapazität im Gleichschritt mit der Nachfrage ausbauen und
- Personal und Prozesse entsprechend mitskalieren.
Keines dieser Themen ist ein Nachfrageproblem. Alle sind Umsetzungsprobleme, und sie treten gemeinsam auf.
Das ist die strukturelle Verschiebung, die die Ausgabe Q2/2026 festhält. 2024 erwartete die Branche Wachstum. 2026 muss sie es bewältigen. Wer in den kommenden drei Jahren vorn liegt, skaliert schneller, industrialisiert wirksamer und übersetzt Wachstum in dauerhafte Profitabilität. Damit rücken operative Exzellenz, Lieferkettenresilienz und ein disziplinierter Einkauf zurück ins Zentrum der Agenda.
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HÄUFIGE FRAGEN
Was ist der H&Z Pulse Check Luftfahrt & Verteidigung?
Es ist eine wiederkehrende Befragung von Führungskräften der Luftfahrtindustrie und der Verteidigungsindustrie durch H&Z. Jede Ausgabe erfasst Stimmung, kommerzielle Entwicklung und die operativen Herausforderungen, an denen die Branche arbeitet. So können Unternehmen ihre eigene Position mit dem Markt vergleichen.
Wie viele Unternehmen haben an der Ausgabe Q2/2026 teilgenommen?
85 Führungskräfte haben zwischen dem 27. Mai und dem 3. Juni 2026 geantwortet. Drei Viertel davon sind im oberen oder im Top-Management, 55 Prozent sind Geschäftsführer, Vorstände oder Eigentümer.
Zeigt sich der Verteidigungsboom bereits in den Geschäftszahlen?
Ja. 78 Prozent der Teilnehmenden berichten von einem höheren Auftragseingang, 67 Prozent haben bereits zusätzlichen Umsatz realisiert und 54 Prozent gewinnen Kunden außerhalb ihres angestammten Kundenstamms. Verteidigung ist von einer künftigen Wachstumschance zu einem sichtbaren Geschäftstreiber geworden.
Werden Automobilzulieferer zu Wettbewerbern in der Verteidigung?
Die meisten Teilnehmenden sehen das bislang nicht so. 83 Prozent nennen weiterhin erhebliche Markteintrittsbarrieren und 56 Prozent betrachten neue Marktteilnehmer nicht als direkte Wettbewerber. Gleichzeitig sehen 72 Prozent die Automobilkompetenz in Industrialisierung und Prozessexzellenz als wertvoll für die Branche. Zusammenarbeit ist damit das wahrscheinlichere Ergebnis als Verdrängung.
Was sind aktuell die größten operativen Herausforderungen für Zulieferer der Rüstungsindustrie in Deutschland?
Die Skalierung. Die Teilnehmenden nennen die Steuerung schnellen Wachstums, die Sicherung der Liefertreue, den Ausbau der Produktionskapazität sowie das Mitskalieren von Personal und Prozessen als dominierende operative Herausforderungen. Die strategischen Prioritäten folgen derselben Logik: kontrolliertes Wachstum, ein größeres Verteidigungsgeschäft, Industrialisierung und langfristige Profitabilität.



