
Wie Vossloh Produktnachweise skalierbar macht
Vossloh standardisierte mit H&Z Produkt- und Nachhaltigkeitsnachweise, beschleunigte Ausschreibungen, reduzierte Risiken und ermöglichte datenbasierte Optimierung.
Hidden Champion auf Schienen
Wie Vossloh Produktanforderungen über ein komplexes Portfolio hinweg messbar und beherrschbar gemacht hat
Bahninfrastruktur-Anbieter müssen heute weit mehr nachweisen als nur technische Leistungsfähigkeit und wettbewerbsfähige Preise. In Ausschreibungsverfahren entscheiden zunehmend formale und produktbezogene Nachweise über den Erfolg.
Diese Erfolgsgeschichte zeigt, wie Vossloh, unterstützt von H&Z, diese Anforderungen strukturiert, die Umsetzung beschleunigt und über ein hochkomplexes Portfolio hinweg beherrschbar gemacht hat.
Wenn es ein Unternehmen gibt, das die Bezeichnung „Hidden Champion“ wirklich verdient, dann ist es Vossloh. Mit Sitz in Werdohl agiert der Spezialist für Bahninfrastruktur weitgehend abseits der Öffentlichkeit, und doch sind seine Produkte und Lösungen essenziell für den modernen Schienenverkehr weltweit. Mit Expertise entlang des gesamten Gleissystems, von Kernkomponenten über Lifecycle Services bis hin zu integrierten digitalen Lösungen, verbindet Vossloh tiefgehendes Infrastruktur Know how mit digitalen Fähigkeiten, um Instandhaltung zu optimieren, Verfügbarkeit zu erhöhen und Bahnnetze effizienter zu machen.
Unternehmen
Vossloh ist ein globales Bahntechnologieunternehmen mit Sitz in Werdohl, das Infrastrukturkompetenz mit integrierten digitalen Lösungen für den Schienenverkehr verbindet
Größe
Rund 4.300 Mitarbeitende weltweit und etwa 1,2 Milliarden Euro Umsatz
Warum es entscheidend war
Über ein vielfältiges Portfolio hinweg mussten produktbezogene Nachweise konsistent, verlässlich und schnell genug für die Zeitvorgaben von Ausschreibungen werden

Von Stärke zu Komplexität
Ein breites und hochspezialisiertes Produktportfolio ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Es ermöglicht Bahnbetreibern, auf bewährte Lösungen über verschiedene Anwendungen, Märkte und regulatorische Rahmenbedingungen hinweg zu vertrauen.
Gleichzeitig erhöht diese Stärke die Komplexität. Mit wachsenden Portfolios steigen auch die Anforderungen, Produkteigenschaften konsistent und verlässlich zu dokumentieren, zu validieren und zu kommunizieren. Diese Komplexität zu managen wird damit zu einer eigenständigen Aufgabe.
Was sich im großen Maßstab verändert hat
Vier Indikatoren, die veranschaulichen, wie produktbezogene Nachweise über das gesamte Portfolio hinweg etabliert wurden
6monate
Projektdauer
4einheiten
Bereiche aufeinander abgestimmt
1standard
Methode und Verantwortlichkeiten
100prozent
Abdeckung
Innerhalb des Projektes
Das Projektteam von Vossloh und H&Z erläutert, wie Produktanforderungen strukturiert, Verantwortlichkeiten geklärt und Transparenz in der gesamten Organisation geschaffen wurden.
Die Herausforderung
Vossloh betreibt ein hochkomplexes Portfolio, das für den modernen Schienenverkehr unverzichtbar ist. Es reicht von Schienenbefestigungssystemen und Schwellen über Schienen und Weichen bis hin zu spezialisierten Instandhaltungszügen, ergänzt durch integrierte digitale Lösungen, die Infrastruktur und Daten entlang des Gleises miteinander vernetzen.
Die Vielfalt der Produkte ist eine Stärke. Gleichzeitig wird sie zur Herausforderung, wenn produktbezogene Nachweise konsistent, verlässlich und termingerecht erbracht werden müssen. Bahnbetreiber vergeben Aufträge über Ausschreibungen, nicht ad hoc. Der Erfolg hängt nicht nur von technischer und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ab, sondern auch von der Fähigkeit, formale Anforderungen präzise über physische und digitale Angebote hinweg zu erfüllen.
An diesem Punkt kam H&Z ins Spiel. Ziel war es, isolierte Ansätze in einzelnen Geschäftsbereichen abzulösen und einen integrierten, skalierbaren Prozess für produktbezogene Nachweise zu etablieren.

Der Impact
Das Ziel war nicht, einen weiteren Prozess einzuführen. Es ging darum, fragmentierte Ansätze durch eine gemeinsame und verlässliche Arbeitsweise zu ersetzen
Vorher
- Unterschiedliche Vorgehensweisen in den Geschäftsbereichen
- Inkonsistente Datenquellen und Berechnungslogiken
- Unklare Verantwortlichkeiten für produktbezogene Nachweise
- Lange Durchlaufzeiten und hohes Ausschreibungsrisiko
Nachher
- Ein einheitlicher Standard über das gesamte Portfolio hinweg
- Klare Zuständigkeiten und definierte Verantwortlichkeiten
- Eine konsistente Datengrundlage für alle Produkte
- Schnellere und verlässlichere Ausschreibungsbereitschaft
Wie die Arbeit organisiert wurde
Im Frühjahr 2025 reiste H&Z-Partner Sven Steinert mit einer klaren Mission nach Werdohl. Vossloh benötigte Unterstützung, um ein Thema neu zu gestalten, das zunehmend geschäftskritisch geworden war: die strukturierte und vergleichbare Erfüllung produktbezogener Anforderungen, einschließlich Nachhaltigkeitskriterien, über ein komplexes Portfolio hinweg.
Über einen kompakten Projektzeitraum von sechs Monaten hinweg brachte H&Z die relevanten Stakeholder aus allen Geschäftsbereichen zusammen. Gemeinsam definierten die Teams ein einheitliches Zielbild. Welche Produkte welche Nachweise erfordern. Welche Daten essenziell sind. Und wie Prozesse gestaltet werden müssen, damit sie wiederholbar und skalierbar bleiben.
Diese Zusammenarbeit schuf erstmals ein gemeinsames Verständnis über alle Geschäftsbereiche hinweg und legte die Grundlage für standardisierte Prozesse.
Ausrichtung der Stakeholder
Verantwortliche aus den Geschäftsbereichen definierten gemeinsam Umfang, Prioritäten und Zuständigkeiten
Anforderungen und Daten definieren
Nachweisanforderungen, Datenquellen und Aktualisierungszyklen wurden so festgelegt, dass Ergebnisse über alle Produkte hinweg vergleichbar bleiben
Wiederholbar machen
Der Aufbau ermöglicht konsistente Aktualisierungen und die Integration neuer Produkte, ohne die Arbeit neu aufsetzen zu müssen
Von Dokumentation zu Transparenz
Umweltproduktdeklarationen sind ein zentrales Element in Ausschreibungen im Bahnsektor. Sie bündeln produktbezogene Kennzahlen über den gesamten Lebenszyklus hinweg, einschließlich CO₂-Emissionen, Rezyklierbarkeit und Materialzusammensetzung, und müssen extern zertifiziert werden.
Die Erstellung von EPDs ist komplex und methodisch anspruchsvoll. Vor dem Projekt unterschieden sich die Ansätze bei Vossloh deutlich. Datenquellen, Berechnungslogiken und Verantwortlichkeiten variierten zwischen den Geschäftsbereichen. Dies führte zu langen Durchlaufzeiten und spürbaren Risiken in Ausschreibungsprozessen. Wenn eine EPD nicht rechtzeitig vorlag, wurden Angebote ausgeschlossen, selbst wenn das Produkt technisch überlegen war.
Gemeinsam mit H&Z etablierte Vossloh einen einheitlichen Ansatz. Prozesse, Verantwortlichkeiten und methodische Grundlagen für die Erstellung von EPDs wurden organisationsweit abgestimmt. Was zuvor fragmentierte Dokumentation war, wurde zu einem strukturierten und verlässlichen Prozess.
Heute ermöglicht die entstandene Datentransparenz einen Blick über reine Compliance hinaus. Produkte lassen sich über das gesamte Portfolio hinweg vergleichen und anhand von Marktbenchmarks analysieren. Dadurch werden Optimierungspotenziale sichtbar, etwa bei Materialien, Lieferanten oder Produktionsprozessen, und Produktdaten werden zu einem Instrument für aktive Steuerung.
Eine Datengrundlage
Alle Geschäftsbereiche arbeiten mit denselben Definitionen, Quellen und Qualitätsstandards.
Vergleichbarkeit über alle Produkte hinweg
Zentrale Kennzahlen können über Produktgruppen und Märkte hinweg verlässlich verglichen werden.
Grundlage für Optimierungen
Die transparente Sicht macht deutlich, wo Materialien, Lieferanten oder Prozesse optimiert werden können.
Warum es relevant ist
In der Bahninfrastruktur wird Wettbewerbsfähigkeit heute nicht mehr allein durch technische Exzellenz bestimmt. Formale Anforderungen, Nachhaltigkeitskriterien und verlässliche produktbezogene Nachweise sind zu entscheidenden Faktoren in Ausschreibungsprozessen geworden.
Durch die Zusammenarbeit mit H&Z und den Aufbau einer gemeinsamen Struktur sowie einer konsistenten Datengrundlage hat Vossloh diese Herausforderungen in eine Stärke verwandelt. Was früher eine Quelle von Risiken war, ist heute eine steuerbare und skalierbare Fähigkeit.
Transparenz ermöglicht bessere Entscheidungen. Und bessere Entscheidungen machen Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig.






